Ich weiß, Ihr wartet nun langsam mal auf geschliffene Analysen amerikanischer Kultur, stattdessen habe ich heute erstmal nur Sedimente aus mehr oder weniger vertrauten Gefilden zu bieten. Denn wer hätte gedacht, dass ich ausgerechnet in St. Paul mein erstes Oktoberfest besuche?
Die Annäherung an diese für Berliner doch eher suspekte Tradition hätte angenehmer nicht sein können: Eine der Professorinnen des Departments hat uns alle zu sich nach Hause eingeladen, um auf Bierbänken unter blau-weißen Girlanden zu plaudern, viel zu essen und, ja, Bier zu trinken. So weit konnte ich bei meinem allerersten Oktoberfest natürlich noch nicht gehen, aber wer weiß, was nächstes Jahr in München passiert?
Bei einem dieser netten Oktoberfestgespräche wurden mal wieder unglaubliche räumlichen Überschneidungen zutage gefördert. Einigen hatte ich ja schon vor meiner Abreise erzählt, dass die Leiterin der Sprachausbildung hier an der Uni in Berlin ca. 1000 Meter Luftlinie von meiner Wohnung gearbeitet hat, dort wo heute das Mauermuseum an der Bernauer Straße ist. Beim Oktoberfest stellte sich dann heraus, dass ein Professor zeitweilig in der Langenscheidtstraße gewohnt hat (über dem Petite Europe, ist das zu fassen?!) und ein weiterer (den ich allerdings noch nicht kennengelernt habe) vor und während des Krieges in der Langenscheidtstraße aufgewachsen ist. Unglaublich, oder? Ich hoffe, darüber bald noch mehr zu erfahren. Bis dahin vertreibe ich mir die Zeit mit der Lektüre der New York Times, nur damit mir daraus Wowi entgegenlacht und ich mich endlich mal über die Laptop-Community im St. Oberholz am Rosenthaler Platz informieren kann. Berlin, Dein Selbstbewusstsein möcht' ich haben!

Oha - die Bayern hinterlassen ihre Spuren offensichtlich überall. Gab es denn resche Brezen zum Bier??
AntwortenLöschenna klar, aber sowas von resch ... hoffe jetzt mal, dass das knusprig heißt. und krustenbraten und weißwurst und süßen senf und, am allerköstlichsten, muss ich sagen, waren die in honig und salz gerösteten (amerikanischen) pecannüsse ... zum drinrumwälzen!
AntwortenLöschenSehr schön, dass Du Dich im Land gepflegter Volksfeste ans Oktoberfest herantastest. Bayern, namentlich München, hofft, Dich im kommenden Jahr zu Wiesn zu begrüßen. Der Bierkonsum kann bis dahin hoffentlich noch geprobt werden! Darauf ein Prosit!
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